Philosophische Praxis:

Als Philosoph und Soziologe interessiere ich mich besonders für die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gegenwart. Das Spannungsfeld von Familie, Partnerschaft, Beruf(en), Freundschaft, der Sorge um sich selbst, Freizeit, Erholung und Sinnfindung kann das moderne Subjekt stark beanspruchen. Dazu eine philosophische Sichtweise bereit zu stellen, betrachte ich als eine wesentliche Aufgabe in meiner Praxis. Eng daran geknüpft ist die Frage: Wie will ich leben? Welchen Denk- und Handlungsspielraum gestehe ich mir zu bzw. ermöglicht mir die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, in der stabilitätsstiftende Faktoren über Bord geworfen werden? Zu welcher Anpassungsleistung bin ich bereit?

Die Volldynamisierung der Arbeits-, Öffentlichkeits- und Privatverhältnisse lässt wenig Zeit zum Innehalten und zur denkerischen Reflexion, doch genau diese Reflexion stellt die Grundbedingung unserer aufgeklärten Freiheit dar. Im Hamsterrad zu rennen und zu denken ist bereits einen Rückschritt von der aufgeklärten Selbstbestimmung zu Denk- und Handlungsweisen des Mythos. Welches Menschbild steht hinter dieser Entwicklung?

Den Menschen zu definieren, beraubt ihn seiner selbstschöpferischen Eigenschaften und beschränkt zudem die Sicht auf sein Wesen und sein Sein. Dennoch ist es ratsam, unterschiedliche Menschenbilder im Blick zu haben, denn danach richtet sich unser Handeln aus. Je nachdem, ob wir den Menschen als das Mittlere zwischen Himmel und Erde, als Abbild Gottes, als individualiertes Ego, als soziales Wesen, als Ressource oder gar als denkendes Tier betrachten, zieht das unterschiedliche Fragen und Handlungsperspektiven nach sich. Von daher ist die philosophische Frage die Erste und Letzte zu stellende und zu überprüfende. Die indische Philosophie bringt diese auf den einfachen Nenner " Wer bin ich? " oder Selbsterkenntnis ist Welterkenntnis ist Gotteskenntnis. Auch atheistische oder solipsistische Positionen haben ihren Raum. Die Grundhaltung meiner Praxis ist die Kritische.

"Denk SELBST, sonst tun es andere für Dich!" In diesem Sinne freue ich mich auf Ihr Denken.